„Wir sind zurück auf der Landkarte“ – Horror-Serie endet unter Flutlicht

Putlos siegt, doch verliert Knipser

Seit Mitte August gewann der TSV Lensahn kein Spiel mehr. Nun ist die Serie vorbei. Foto: Niklas Runne

Putlos – Am Dienstag- und Mittwochabend standen in der Kreisliga Ost zwei Nachholspiele an. Zunächst forderte die SpVgg Putlos den ASV Dersau in einem munteren Duell. Dabei bekamen die Zuschauer einige Tore zu sehen, allerdings auch zwei bittere Verletzungen. 24 Stunden später war dann das Tabellenschlusslicht TSV Lensahn zu Gast in Lütjenburg. Dort war es wohl bereits ein erstes Endspiel für das Kellerkind.

SpVgg Putlos – ASV Dersau 3:2 (3:0)

Am Dienstagabend trafen sich die SpVgg Putlos und der ASV Dersau im Rahmen eines Nachholspiels an der Strandstraße. Das vergangene Wochenende verlief für beide Mannschaften völlig unterschiedlich. Dersau gewann deutlich bei Bösdorf/Malente (3:0), die SpVgg dagegen musste sich der SVG Pönitz II (1:2) geschlagen geben. Dies zum Ärger des Cheftrainers, der seine Mannschaft als die bessere sah. Es dauerte nur drei Tage, bis sich die Chance bot, diese Niederlage wiedergutzumachen. Es war ein Duell zweier Mannschaften, die vor allem aus einer stabilen Defensive herausspielen. Ein torreiches Spiel war also im Vorfeld eigentlich nicht unbedingt zu erwarten, doch genau dieses gab es. Zunächst ging der Blick allerdings auf die personelle Situation. Bei den Gästen veränderte Trainer Holger Böttcher seine Startelf um eine Position. Hendrik Ohler fehlte im Kader der „Keiler“. Ersetzt wurde er durch Steffen Uhl. Auf Seiten der Heimmannschaft waren vier Neue dabei. Jan Zschimmer, Philipp Kruse, Christopher Schiemann sowie Jan Jensen standen in der ersten Elf gegen den ASV. Bennet Buchardt fehlte gesperrt, zudem standen auch Poul Behrendt, Radouan El-Majbouri und Dennis Kenzler nicht zur Verfügung. Der Kader war also etwas ausgedünnt, sodass einige aus der Zweiten auf der Bank Platz nahmen. Im Hinspiel reiste die SpVgg mit noch größeren Sorgen an. Damals gab es Unstimmigkeiten bei einer möglichen Spielverlegung. Tabellarisch war es ein Nachbarschaftsduell. Ein Punkt lag Putlos hinter dem ASV auf Rang acht.

Chancen auf beiden Seiten zu Beginn

Bereits in den ersten Minuten zeigte sich, dass Dersau hier das Spiel machen würde. Sie ließen den Ball oftmals durch die eigenen Reihen laufen und kamen zu ersten guten Gelegenheiten. Die erste Chance des Abends gehörte allerdings der SpVgg. Aus knapp 30 Metern zog Marten Ruge einmal ab und setzte das Leder nur wenige Zentimeter über den Querbalken. Es war eine erste vielversprechende Möglichkeit nach nicht einmal 120 Sekunden. Im Anschluss kam dann allerdings das Team von Holger Böttcher. Der in Bösdorf noch doppelt erfolgreiche Shifquet Smajli sah Falko Lebert, der alleine vor Torhüter Philipp Pries scheiterte. Keine 60 Sekunden später war es erneut Lebert, der gemeinsam mit Smajli die Doppelspitze bildete, doch diesmal ging der Ball ein gutes Stück vorbei. Die Zuschauer an der Strandstraße bekamen also direkt fünf unterhaltsame Minuten zu sehen, in denen es auf beiden Seiten Chancen gab. Es blieb dabei, dass Dersau mehr den Ball hatte und auch ein leichtes Chancenplus verzeichnete. Die etwas gefährlicheren Möglichkeiten gingen allerdings an die Heimelf. So suchte Ruge erneut aus der Distanz den Abschluss, doch diesmal segelte die Kugel knapp am rechten Pfosten vorbei. Auf beiden Seiten waren lange Bälle durchaus ein Mittel, womit die schnellen Außen in Szene gesetzt werden sollten. Bei den Gästen war es meist Steffen Uhl, der geschickt wurde.

In der Anfangsphase gab es gute Chancen auf beiden Seiten. Foto: Niklas Runne

Erst das Tor, doch dann geht es nicht weiter

Nach 25 Minuten bekam Putlos eine Riesenchance. Ein Fehler im Mittelfeld flog den „Keilern“ um die Ohren, sodass Ruge aufs Tor zulief. Der großgewachsene Stürmer hatte keinen Verteidiger mehr vor sich, sodass er alleine vor Torhüter Simon Ehrk stand und die Möglichkeit im Eins-gegen-Eins bekam. Diese nutzte der Torjäger allerdings nicht, denn er wartete zu lange mit dem Abschluss. Dennoch forderte er Ehrk, und im Anschluss rettete ein Verteidiger vor der Linie. Putlos wurde nach rund 20 Minuten besser und ging in Führung. Nach einem langen Ball aus dem Mittelfeld zog Marten Ruge (26.) wuchtig ab und traf ins lange Eck. Großer Jubel bei der SpVgg, doch dieser hielt nur kurz. Denn noch beim Jubeln symbolisierte der Torschütze, dass er rausmüsse. Nach Informationen von HL-SPORTS zerrte sich der Angreifer den Oberschenkel. Bitter für die Heimmannschaft, doch vor allem für ihn. Nach einer schwierigen Hinserie, in der er nach einer Verletzung lange brauchte, um wieder zur alten Form zu finden, schien er zuletzt wieder bei 100 % gewesen zu sein. In allen Pflichtspielen nach der Winterpause traf er. So auch an diesem Dienstagabend, doch der Arbeitstag endete frühzeitig. Für ihn kam mit Raphael Gradert ein Offensivspieler, der ebenfalls gerade erst aus einer Verletzung kam. Dersau erhöhte nun wieder etwas den Druck und kam durch Uhl zum Abschluss, doch Kapitän Felix Prokoph warf sich dazwischen. Aus der anschließenden Ecke schien zunächst keine Gefahr hervorzugehen, doch der Schuss aus der zweiten Reihe landete für scheinbar alle auf der Sportanlage überraschend auf der Latte. Im direkten Gegenzug kam der Ball dann zum eingewechselten Raphael Gradert (33.), der über Ehrk hinweg den Ball ins Tor hob. Putlos war auf Kurs. Drei Minuten später zog Marten Biss mal ab, doch der Schuss kam unplatziert auf Pries. Mit Pausenpfiff setzten die Gastgeber dann noch einen drauf. Ein Pass von Dersau kam zu kurz, sodass Schiemann einen präzisen Pass nach außen zu Philipp Kruse legte. Der pfeilschnelle Flügelspieler war auf und davon, sah den mitgelaufenen Gradert (44.), der eiskalt den Doppelpack schnürte. So führte die Heimmannschaft bereits zur Pause mit 3:0.

Alu-Pech und Verletzungsschock

Dersau hatte insgesamt im ersten Durchgang etwas mehr Spielanteile, doch die aussichtsreichen Chancen blieben ungenutzt. Auf der anderen Seite schaltete die SpVgg mehrfach richtig gut um, sei es durch lange Bälle auf Ruge oder später auf Kruse beziehungsweise Gradert. Damit hatten die Gäste durchaus Probleme. Trotz der allerdings schon relativ deutlichen Führung versuchten die Gäste, wieder ins Spiel zu kommen. Philip Ohler kam als zusätzliche Unterstützung für die Offensive. Die Hausherren dagegen standen gegen den Ball tief in einer Fünferkette. So fand die Mannschaft von Holger Böttcher nur bedingt Lösungen, um in Richtung Tor zu kommen. Zudem boten sich bereits früh vielversprechende Konter. Die Chance auf das 4:0 und die damit verbundene Vorentscheidung blieb ungenutzt. Kruse traf zehn Minuten nach Wiederbeginn nur die Latte. Auf der anderen Seite segelte eine Ecke von der linken Seite durch, der zweite Ball kam an den zweiten Pfosten, wo der eingelaufene Marten Biss (62.) traf. Die Gäste waren wieder da. Nach der Pause hatten diese zwar klare Ballbesitzvorteile, doch zwingend wurden sie in diesen nicht ganz 20 Minuten nicht. Dies änderte sich nach dem Anschlusstreffer minimal. Einer der Gründe dafür war, dass Putlos etwas den Fokus verlor. Vermehrt beschäftigte man sich mit dem Unparteiischen, was auch der Coach an der Seitenlinie bemerkte. Er forderte seine Mannschaft wieder zu mehr Spannung auf und verlangte vor allem, dass wieder mehr Fußball gespielt werden sollte. Vier Minuten nach dem Anschlusstreffer fehlte nicht viel zum zweiten. Der eingewechselte Philipp Ohler verpasste um eine Fußspitze. In der Folgeaktion gab es dann allerdings eine Schrecksekunde für die Platzherren. Raphael Gradert, der mit seinem Doppelpack nach der Einwechslung ohne Zweifel der Mann des Abends war, verletzte sich. Ohne gegnerische Einwirkung ertönte nach einer unglücklichen Bewegung ein hörbares Knacken. Für den Doppelpacker war relativ schnell klar, dass es sich um das Kreuzband handelt. Es war enorm bitter für Gradert, denn er kam gerade erst aus einer schweren Verletzung. Benjamin Berger sagte zur Verletzung von ihm sowie seines Torjägers Marten Ruge aus der ersten Hälfte: „Ich hoffe, dass bei Gradert nicht wieder das Kreuzband gerissen ist. Marten hat einen leichten Zug im rechten Oberschenkel gespürt, da müssen wir abwarten, was da konkret rauskommt.“

Das HL-SPORTS-Team wünscht beiden Spielern eine schnelle Genesung

Raphael Gradert war der Mann des Tages. Foto: Niklas Runne

Rote Karte statt Ausgleichstreffer

Nach dem Verletzungsschock von Gradert, der planmäßig kurz darauf nach Informationen von HL-SPORTS sowieso ausgewechselt werden sollte, galt es, die Führung über die letzten knapp 20 Minuten inklusive Nachspielzeit zu bringen. Um einen Hauch wäre die Messe 17 Zeigerumdrehungen vor Ende entschieden gewesen. Kevin Zielinski traf die Latte. Ein weiteres Mal war es das Aluminium, denn neben dem Lattentreffer kurz nach Wiederbeginn gab es auch gegen Pönitz II wenige Tage zuvor schon mehrere Alutreffer. Zwei Minuten nach der Riesenchance wurde es dann auf der anderen Seite brandgefährlich. Uhl brachte den Ball am herauseilenden Pries vorbei. Der Schlussmann war bereits geschlagen, doch das Leder rollte hauchdünn neben den Pfosten ins Toraus. Der Druck der „Keiler“ wurde immer größer, und nun musste sich der Torhüter der SpVgg noch einmal auszeichnen. Nach einem weiten Einwurf in den Sechzehner forderte Falko Lebert den Rückhalt der Hausherren. Vier Minuten später kam die Ecke von der linken Seite, und Dimosthenis Pappas nickte am Pfosten vorbei. Weitere Annäherungen durch Uhl und Lebert waren nicht wirklich zwingend, und die Zeit lief dem ASV davon. Zwei Tore brauchte es, um zumindest ein Remis mitzunehmen, doch beinahe machten die Ostholsteiner alles klar. Nach einem Konter kam der Ball zu Hannes Görtz, der an Ehrk scheiterte. Schiedsrichter Patrick „Shorty“ Bohnsack zeigte fünf Minuten Nachspielzeit an, und in dieser tat sich Dersau gegen ein sicherstehendes Putlos enorm schwer, noch zu Chancen zu kommen. Kurz vor Ende der Extra-Zeit bot sich allerdings dann doch noch eine. Pappas leitete ein, dann wurde der Ball direkt abgelegt auf den rechten Flügel, wo Lebert den Ball an den zweiten Pfosten beförderte, an dem Steffen Uhl (94.) alleingelassen zum 2:3 einköpfte. Nun kam nochmal neue Hoffnung auf. Ein paar Minuten würden sicherlich noch zusätzlich draufgepackt werden, doch die Mannschaft von Holger Böttcher schwächte sich selbst. Im Anschluss an den Uhl-Treffer kam Joker Lennart Törper zu Fall. Anschließend warf er Putlos-Kapitän Prokoph den Ball aus kurzer Distanz wuchtig an den Bauch. Für den Schiedsrichter gab es hier keine andere Wahl, als die Rote Karte zu zeigen. Eine Chance auf den Ausgleich gab es nicht mehr, denn die SpVgg verteidigte in den übrigen Minuten der Nachspielzeit alles weg. Somit setzt Putlos seine Heimstärke fort, während Dersau’s Bilanz in der Fremde eher durchwachsen bleibt. Die Heimmannschaft springt in der Tabelle über den Gegner und darf vielleicht sogar nochmal nach oben schauen.

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Als Einheit zum Sieg

Nach Abpfiff erklärte Putlos-Coach Benjamin Berger gegenüber HL-SPORTS, was den Unterschied letztlich machte: „Dass wir als eine Einheit auf dem Platz aufgetreten sind und dass jeder für den anderen gefightet hat. Das ist es, was uns am Wochenende gegen Pönitz gefehlt hat. Die Cleverness vor dem Tor, endlich mal die Dinger zu machen, kommt auch dazu. Ich glaube, wir haben aus ganz wenigen Situationen viel gemacht.“ Zum Ende wurde es allerdings nochmal richtig eng. Dies erklärte der Trainer: „Weil uns die Breite heute gefehlt hat. Wir haben mit vier Spielern aus der Zweiten aufgestockt. Behrendt war noch angeschlagen, hinzu kommt die Gelb-Rote Karte für Buchardt, Alae Naji ist im Urlaub, somit bin ich froh, dass ich die Jungs aus der Zweiten habe. Die haben es auch vernünftig gemacht. Da sieht man zwar, dass es nicht auf Kreisliga-Niveau ist, aber auch die können fighten, kämpfen, beißen und wir haben eben auch nicht gegen eine Gurkentruppe gespielt mit Dersau. Die können auch Fußball spielen und das 3:2 geht in Summe schon in Ordnung.“ Am kommenden Sonnabend geht es für die SpVgg nach Tensfeld. Gegen den Tabellenzweiten holte man im Hinspiel ein torloses Remis. Dersau empfängt den TSV Klausdorf II.

Die SpVgg Putlos bejubelt den Heimsieg. Foto: Niklas Runne

TSV Lütjenburg – TSV Lensahn 1:3 (1:3)

Das Jahr 2025 verlief mit Blick auf die Punkteausbeute sowohl für den TSV Lütjenburg als auch den TSV Lensahn nicht nach Plan. Lütjenburg wollte nach einer enttäuschenden Hinserie sich schnellstmöglich Luft verschaffen und einen Absturz in den Tabellenkeller verhindern. Lensahn dagegen kämpft gegen den Abstieg, der bei nur zehn Punkten vor dem Spiel immer näher rücken würde. Man konnte also aus Sicht der Gäste durchaus von einem ersten Endspiel sprechen. Ein Sieg war Pflicht, wenn der Klassenerhalt noch ein realistisches Ziel bleiben sollte. Im Hinspiel unterlag man Lütjenburg knapp mit 0:1, wobei durchaus mehr drin gewesen wäre. Es war die erste Saisonniederlage nach zuvor zwei Siegen. Es folgten viele weitere, denn seitdem blieb man ohne einen Dreier. Das Warten sollte also dort enden, wo alles begann. Nach guten Auftritten zum Jahresbeginn gegen Dersau und Klausdorf II gab es auf Fehmarn einen herben Dämpfer. Gegen einen direkten Konkurrenten war der TSV unterlegen. Das Resultat von 0:3 sprach eine deutliche Sprache, und die Hoffnungen wurden nicht gerade größer. Vier Tage später bot sich bereits die Chance auf Wiedergutmachung, doch auch die Mannschaft von Christof Witt wollte das jüngste Resultat nicht so stehen lassen. Mit 0:5 ging man bei der SG Kühren unter, sodass der Jahresauftakt endgültig als ein Fehlstart zu bezeichnen war. Beim Gastspiel am vergangenen Freitag fehlte allerdings der Großteil der ersten Elf, dieser kehrte am Mittwochabend nun zurück. Auch auf Seiten der Gäste waren einige Akteure zurück. Dabei ging der Blick vor allem aufs Mittelfeld, wo der erfahrene Stefan Lang sowie Johann Looft, der zuletzt aufgrund seines Studiums gefehlt hatte, starteten.

Lütjenburg überrannt

Klar war, dass die Gastgeber durchaus das Spiel bestimmen würden. Lensahn stand dann in einem tiefen 5-4-1 in der eigenen Hälfte. Dabei agierte Thorben Ratje auf dem Flügel und sein Bruder Finn-Ole in der Mitte. Lütjenburg spielte die Kugel viel durch die eigenen Reihen. Geduld war bereits früh gegen das tiefe Bollwerk des TSV gefragt, zudem auch eine Menge Vorsicht. Von letzterer schien es allerdings nicht genug gewesen zu sein. Ein hoher Ball kam zu Johann Looft (5.), der den Ball im Tor unterbrachte. Jubel bei der Mannschaft aus dem Jahnstadion, die von einigen Anhängern an die Kieler Straße begleitet wurde. Drei Minuten später näherte sich der Favorit. Eine Hereingabe von Bärschneider fand am zweiten Pfosten Yannick Fischer, der den Ball ein gutes Stück über den Querbalken setzte. Die erste Viertelstunde bot mehr Ballbesitz für die Platzherren, doch die Chancen gingen durchaus an das Tabellenschlusslicht. So waren die Ratjes immer wieder auf dem rechten Flügel durch. Die linke Defensivseite der Witt-Elf machte eine ganz schlechte Figur, denn gegen das Tempo insbesondere von Finn-Ole Ratje kam man nicht hinterher. Dieser war es auch, der an Torhüter Jebe scheiterte. Die Folgeecke beförderte Luca Bruhse über das Tor. Aus dem großen Ballbesitzanteil entstanden kaum zwingende Gelegenheiten der Hausherren. Nach 25 Minuten kam der Ball dann irgendwie zu Stefan Lang (25.), der alleine vor dem Tor völlig freistehend traf. Es war ein glücklicher Treffer der Lensahner, nichtsdestotrotz machte der letztjährige Tabellendritte keine gute Figur. Nur wenige Minuten später zeigte der Unparteiische dann auf den Elfmeterpunkt. Es bot sich die Riesenchance, doch Eric Prieß zog deutlich über den Querbalken.

Jubel beim TSV Lensahn. Foto: Niklas

Lütjenburg ohne Ideen

Lensahn durfte mit dem Auftritt in der ersten halben Stunde sehr zufrieden sein. Hinten wurde nahezu nichts zugelassen, doch vorne blieb dann doch die ein oder andere Chance ohne Ertrag. So scheiterten zum Beispiel beide Ratjes. Dennoch schraubte Lensahn das Ergebnis weiter in die Höhe. Finn-Ole Ratje (30.) war zu schnell für die Defensive und traf zum 3:0. Es deutete sich eine Überraschung an und vor allem das Ende einer langen Negativserie. Doch sicher war der Auswärtsdreier noch nicht. Nach einem Standard von Bollesen passten die Verteidiger nicht gut auf Jakob Tetzlaff (35.) auf, der verkürzte. Effektiv war die Heimmannschaft sicherlich, doch an der Anzahl der Chancen mangelte es noch. Es entstand eine kleine Druckphase, und um einen Hauch wäre die Partie gekippt. Dies auch, weil Florian Kommke den Ball aufs eigene Tor beförderte und Gianluca Genco zu einer Glanzparade zwang. Es war eine von wenigen richtig gefährlichen Situationen im eigenen Sechzehner. Wenn die Heimmannschaft sich näherte, dann war es meist nach einem Standard. So kam allerdings auch Lensahn, doch Lutz van Bührens Freistoß wurde von Jebe im Tor pariert. Im zweiten Durchgang gab es nicht nur weniger Treffer, sondern auch nur bedingte Höhepunkte. Lütjenburg fand überhaupt keine Lösung gegen das tiefstehende Lensahn. Klare Chancen waren Mangelware, und so brachte das Tabellenschlusslicht den Ball nach über sieben Minuten Nachspielzeit über die Ziellinie. Seit August 2024 war es erstmals wieder ein Dreier der Ostholsteiner.

Lensahn verteidigte alles weg. Foto: Niklas Runne

Der Anfang von der Aufholjagd?

Der siegreiche Trainer Heiko Müller sagte nach Abpfiff: „Wir haben von Beginn an diszipliniert gespielt, haben uns an den Matchplan gehalten, haben die Torchancen genutzt, das war natürlich heute immens wichtig. Dass dann auch Johann Looft und Stefan Lang dabei waren, hat uns im Mittelfeld schon die spielerische und läuferische Qualität mitgegeben. Die haben wir in den letzten Wochen auch schmerzlich vermisst, und dass die beiden Ratjes wieder in Gang kommen, hat für Entlastung gesorgt. So haben wir dann eben die Torchancen bekommen und zum Glück 2:0 geführt. Der Elfmeter wurde leider verschossen, dann doch das 3:0. Das 1:3 war schon wieder nicht nötig, kurz vor der Halbzeit, das hätte man besser verteidigen können. Wenn das 2:3 vor oder auch nach der Halbzeit fällt, dann wird es natürlich ein anderes Spiel. So konnten wir gut weiterarbeiten, haben nichts zugelassen und unter dem Strich am Ende den Sieg über die Zeit gebracht. So eine lange Serie ist natürlich ungewöhnlich, aber letztendlich ist es jetzt hinter uns. Es ist ein Anfang, wir sind zurück auf der Landkarte und ein kleiner, erster Schritt, der uns sicherlich guttut und uns auch hoffentlich Antrieb für die nächsten Wochen gibt. Wir müssen mal gucken, ob wir das ein oder andere Heimspiel vielleicht für uns noch ein bisschen besser gestalten können gegen die direkten Konkurrenten. Vielleicht schaffen wir es und kommen zumindest in die Position, wo man es noch schaffen kann.“ Bereits am Sonntagnachmittag geht es für die Ostholsteiner weiter. Auf der heimischen Anlage empfängt man Eutin 08 II. Lütjenburg, das in allen Belangen einen enttäuschenden Auftritt gegen das Schlusslicht bot, empfängt bereits am Samstag die FT Preetz.

Die Tabelle

1.TSV Gremersdorf2277 : 1956
2.TuS Tensfeld2159 : 3141
3.Eutin 08 II – U232263 : 3740
4.SG Dobersdorf/​P’hagen1956 : 3138
5.SG Bösdorf /​ Malente2138 : 3533
6.TSV Klausdorf II – U232244 : 6033
7.SpVgg Putlos1929 : 3232
8.ASV Dersau1838 : 2930
9.SC Cismar2237 : 4724
10.TSV Lütjenburg2035 : 4924
11.FT Preetz1945 : 4423
12.SG Insel Fehmarn2243 : 5622
13.SG Kühren1829 : 3521
14.SVG Pönitz II2239 : 6719
15.FSG Wardersee1931 : 6817
16.TSV Lensahn2029 : 5213

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