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Rostock – Die Ausschreitungen während des Ost-Derbys zwischen F.C. Hansa Rostock und Dynamo Dresden beschäftigt Vereine, Verbände und Politik. Über 50 Verletzte gab es bei der Partie in der 3. Liga am vergangenen Sonnabend. Der sportliche 1:0-Sieg der Ostseestädter rückte in den Hintergrund (HL-SPORTS berichtete).
„Wir standen kurz vor einem Abbruch, es war pure Gewalt“
Hansa-Boss Jürgen Wehlend räumte in einem Interview ein, dass es „Übergriffe auch von Hansa-Fans auf den Gästebereich gab“ und dass es ein „ungezügeltes Abschießen von Pyrotechnik“ gab. Er erklärte, dass Dynamo-Fans sich an der Sicherheitsverglasung zu schaffen machten. Die Polizei griff ein und kletterte über Treppen in den Puffer-Block im Ostseestadion. „Es gab viele Verletzte und dass nichts Schlimmeres passiert ist, war mehr Glück als Verstand“, so der Rostocker Vorstandsvorsitzende und weiter: „Wir standen kurz vor einem Abbruch, es war pure Gewalt.“
Innenminister sieht Hansa in der Pflicht
Christian Pegel, Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, nahm den FCH mit seinem Ordnungspersonal in die Pflicht. „Durch die Menge der Leuchtspurmunition und Feuerwerkstechnik, die mit Sicherheit nicht alle aus dem klassischen Einzelhandelsverkauf zu Silvester stammen, überzeugt es mich nicht, dass das Größenordnungen sind, die man so am Körper tragen kann, ohne dass es am Einlass bemerkt wird.“ Er gab ganz klar zu verstehen, dass Verein und Aufsichtsrat dafür Sorge tragen muss und „man alle anderen Kanäle und Wege, auch Tage vorher“, überprüft.
Über 50 Verletzte
13 Polizisten, 33 Zuschauer und fünf Stadionmitarbeiter wurden verletzt. Pegel gab zu verstehen, dass es den Beamten nun endgültig reicht. Wie sich das in Zukunft auswirkt, bleibt unklar. Ein Geisterspiel ohne Zuschauer wird aktuell um den Deutschen Fußball-Bund (DFB) diskutiert. Wehlend: „Es ist nicht zu unterschätzen. Wir sind auf Bewährung.“
Gemeinde Unterhaching sperrt Sportpark für Hansa-Spiel
Dem F.C. Hansa Rostock wurde am Mittwoch mitgeteilt, dass das Auswärtsspiel am kommenden Sonntag (2.3.) bei der SpVgg Unterhaching nicht wie geplant ausgetragen werden kann. Der Sportpark Unterhaching ist von der Gemeinde gesperrt worden, weil kein aktuelles, von den zuständigen Behörden genehmigtes Sicherheitskonzept vorliegt. Die Nutzung des Sportparks ist auch für den weiteren Spielbetrieb in der 3. Liga behördlich untersagt – solange die SpVgg die geforderten Auflagen nicht erfüllt hat.
Nach Angaben der Gemeinde hat die SpVgg Unterhaching die gestellte Frist zur geforderten Überarbeitung des Sicherheitskonzeptes verpasst. Das bisherige Sicherheitskonzept, das von der Spielvereinigung im Rahmen des Zulassungsverfahrens für die Saison 2024/2025 beim DFB eingereicht und von den zuständigen Sicherheitsbehörden genehmigt worden war, sei nach aktueller Einschätzung nicht mehr ausreichend. Die nötigen Anpassungen zur Erfüllung der sicherheitsrelevanten Vorgaben seien nicht rechtzeitig vorgenommen und vom Klub nachgewiesen, um die Austragung des Spiels gegen Rostock am Sonntag im Sportpark zu ermöglichen.
Der DFB wurde hierüber kurzfristig informiert. Die Austragung des Spiels am Sonntag an einem alternativen Spielort konnte kurzfristig nicht realisiert werden. Der Verband wird die Vorgänge, die zur überraschenden Sperrung des Sportparks durch die Gemeinde geführt haben, und mögliche Konsequenzen daraus nun intensiv prüfen. Auch der F.C. Hansa Rostock prüft bereits die Rechtslage zur Wahrung seiner Interessen.
Ein Nachholtermin für die Partie steht noch nicht fest.Sorry, there are no polls available at the moment.
Bildquellen
- Hansa: Lobeca/Andreas Knothe
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